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Bergweekend
Das
erste Bergweekend der Skiriege Killwangen. Etwas das erste mal zu machen
hat immer seinen besonderen Reiz. Ein wenig Pioniergeist gepaart mit der
Angst etwas Neues zu erforschen waren die Attribute, die die 12
Teilnehmer des Bergweekends benötigten. Voller Erregung und fast zu spät
traf man sich am Bahnhof in Andermatt. Die Wanderung begann aber erst
richtig im Restaurant auf dem Oberalppass, wo uns die Sonne freundlich
begrüsste. Gestärkt mit Kaffe oder Tee, machten wir uns also auf den
Marsch über eine scheinbar öde Hochebene in Richtung Bornengo Pass. Doch
allerspätestens beim Picknick offenbarte uns die Landschaft ein stark
gehütetes Geheimnis. Als nämlich Webster sich abseits des Wanderer- und
Bikerrummels versäubern wollte, traute er seinen Augen nicht. Ein
durchsichtiger Stein lag zu seinen Füssen. Der Stein, natürlich jetzt
frisch gewaschen, machte die Runde und ein gieriges Funkeln wurde in
manch Skiriegler-Auge sichtbar. Nun gab es kein Zurück mehr, denn wir
wussten es alle: Dani war auf eine Kristall-Gestein-Ader gestossen. Alle
hatten die Berichte über den grössten Bergkristallfund aller Zeiten im
nahen Gotthard-Loch gelesen und nur noch die kleinen unbegründeten
Bedenken von Manon: „hier gibt es Schlangen, man sollte die Steine nicht
anheben“ störte unser infisziertes Hirn noch bei der Suche nach DEM
Bergkristall.
Kurz vor dem grossen Fund, drängte die Gruppe allerdings auf ein
weitergehen.... Ich meinerseits war schon so erschöpft von der Suche,
dass ich dem zuerst etwa 10 Kg schwererem Rucksack nur geringe Beachtung
schenkte. Auch die freundliche Anteilnahme von Bütler „ja, nach de Pause
meint mer immer es sägi schwerer“ half mir irgendwie nicht lange weiter
und die Vernunft, immer noch geblendet durch die Kristalle drang nun
doch in mein Bewusstsein vor und ich kontrollierte den Rucksack
vorsichtshalber mal. Gut gemeint ist nicht gut gemacht, dachte ich.
Meine Kollegen verstauten ganz ordinäre Steine in meinem Säckli!
Durch eine Steinmännli-Kolonie ging es nun an einem schönen Bergseeli
und einer gefrorenen Gleschterzunge dem Pass entgegen. Plötzlich sahen
wir sie. Zwei Steinböcke blockierten den Weg über den Pass. Misstrauisch
verfolgten sie unser Aufstieg, ohne die Flucht anzutreten. Erst als wir
auf Steinwurfweite an ihnen dran waren, verzogen sie sich ganz
gemächlich im nun aufkommenden Nebel. So nah waren alle, die an der
Bike-Tour nicht dabei waren, frei lebenden Steinböcken noch nie
gekommen.
Auf
dem Pass köpfte Bütler vorsichtshalber mal seinen Gipfelwein - Nicht
dass wir ihn noch runtertragen müssen.
Auf
dem Abstieg begegneten wir nochmals einer Steinbock-Herde. Diesmal waren
es sicher zehn Böcke, die Stolz ihr Geweih zeigten, und ohne Scheu
unsere unsicheren Abstiegs-Schritte beobachteten. Wir waren nun schon
ganz nah an unserem Etappenziel, der Cadlimohütte. Noch ein kleiner,
steiler Aufstieg, auf der wir nochmals auf div. Kristall-Adern stiessen
und wir waren oben. Wir waren diesmal wirklich kurz vor einem grossen
Fund. Div. Kleine kristall-ähnliche Steine waren die Indizien, denen
Strahler, wie wir uns inzwischen nannten, folgen müssen. Mit einem
Strahlereisen und ein wenig Dynamit wären wir 100 % fündig geworden.
Immerhin haben wir dann auf der Terrasse der SAZ-Hütte ein Bier
gefunden. Das entschädigte für viele Strapazen. Das Nachtessen war OK,
der Wein süffig, die Tochter des Hüttenwartes sehr hübsch doch um 22:00
Uhr war Nachtruhe angesagt was für lange Gesichter bei den Skirieglern
sorgte. Kaum verwunderlich, dass wir anschliessend auf der Terrasse
einige Gesinnungsgenossen fanden mit denen wir noch mit Mitgebrachtem
anstossen konnten. Auch hatte der Horny Hornschlittenverein Entlebuch
sehr starken Schnaps dabei.. was ich am nächsten morgen bitter, bitter
büssen musste. (ich war aber nicht der Einzige, der grösste Horny-Typ
war auch Käsebleich und überhaupt nicht mehr ansprechbar!)
Der
Abstieg am anderen Tag fand leider total im Nebel statt und durch gute
Kartenleser und Berginstinkte fanden wir den kniffligen Wanderweg nach
Airolo gut. Kristalle hatte es hier leider nicht mehr viel, somit
konnten wir uns den andern Schätzen der Natur widmen. Nein, nicht die
Tochter des Hüttenwartes! Sondern einen wunderschönen Steinpilz,
entdeckt durch das trainierte Pilzlerauge von Hansi. Nun war Manon kaum
mehr zu halten. Das Pilzfieber packte sie am ganzen Körper und zog sie
tief in den Wald hinein. Es sollte ihr aber nicht besser ergehen als uns
Strahler am Tag zuvor.
Mit
schlotternden Knien erreichten wir Airolo. Und oh Wunder, nach dem
Gotthardloch, in Göschenen lachte uns die Sonne wieder durchs
Zugfenster ins Gesicht.
Ich
möchte mich hiermit im Namen aller bei Manon und Hansi für das tolle
Weekend bedanken. Unser Pioniergeist wurde belohnt und wir hoffen, nein
wir wissen, das muss nächstes Jahr unbedingt wiederholt werden!
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